Henry Maske vs Virgin Hill, Teil 1
"Wir sind im roten Bereich. Zehnte Runde: Wir klammern mehr, als dass wir boxen. Elfte Runde: Nun habe ich ihn im Griff. Ich gebe Gas. Nach eineinhalb Minuten ist der Dampf raus, ich kann kaum noch schlagen. Er ist genauso fertig. Furchtbar müde sind wir beide. Selten in meinem Leben habe ich mich dermaßen erschöpft gefühlt. Doch Hill ist es auch. [...] Noch dreißig Sekunden, noch ein paar Hände, die den Gegner erreichen. Er wankt. Lang noch mal hin, Henry. Ich treffe ihn unterm Auge - er macht keine Anstalten mehr, zu vertuschen, dass es ihm dreckig geht. Er versucht zu schlagen - Kinderhände sind das . . . Dann der Gong.
Wir wanken in unsere Ecken. Jeder hebt die Fäuste zum Himmel, tut wie ein Sieger. Doch hier ist niemand der Sieger. Wir sind zwei Männer, die alles getan und dabei jedes Fitzelchen Energie aus sich herausgepresst haben. Jetzt ist nur noch Leere in uns. [...]
Der Ring ist voll wie immer nach einem Kampf. Ich gehe auf und ab, auf und ab, ruhelos. Habe ich verloren? Ich weiß es nicht. Bin nur sicher, dass es eng war. Natürlich habe ich noch Hoffnung. Ich hatte bis zur letzten Sekunde Hoffnung. Warum soll sie jetzt weg sein? Auf und ab, auf und ab. Alle sind im Ring, die Wichtigen und die Wichtigtuer. [...] Normalerweise müsste ich im Mittelpunkt sein. Aber heute ist das anders. Das habe ich vor acht Jahren zum letzten Mal erlebt: And the winner is . . .
Ich bin der Loser. Sie springen alle von mir weg, keiner ist mehr da. Ich stehe in der Mitte des Rings und bin ganz allein. Kein Trainer neben mir, der mich - und natürlich auch sich selbst - tröstet. Keiner da! Da ist niemand. Niemand. Der andere hat gewonnen. Wir umarmen uns, zwei müde, abgekämpfte Männer. Der andere ist froh, aber seine Augen haben kein Leben. Er schlurft in Richtung Kabinen, mit dem großen Gürtel um den Bauch. "
Auszug aus dem Buch: Henry Maske/Detlef Vetten: Nur wer aufgibt, hat verloren. 281 Seiten. Ehrenwirth. 19,95 Euro.
Wir wanken in unsere Ecken. Jeder hebt die Fäuste zum Himmel, tut wie ein Sieger. Doch hier ist niemand der Sieger. Wir sind zwei Männer, die alles getan und dabei jedes Fitzelchen Energie aus sich herausgepresst haben. Jetzt ist nur noch Leere in uns. [...]
Der Ring ist voll wie immer nach einem Kampf. Ich gehe auf und ab, auf und ab, ruhelos. Habe ich verloren? Ich weiß es nicht. Bin nur sicher, dass es eng war. Natürlich habe ich noch Hoffnung. Ich hatte bis zur letzten Sekunde Hoffnung. Warum soll sie jetzt weg sein? Auf und ab, auf und ab. Alle sind im Ring, die Wichtigen und die Wichtigtuer. [...] Normalerweise müsste ich im Mittelpunkt sein. Aber heute ist das anders. Das habe ich vor acht Jahren zum letzten Mal erlebt: And the winner is . . .
Ich bin der Loser. Sie springen alle von mir weg, keiner ist mehr da. Ich stehe in der Mitte des Rings und bin ganz allein. Kein Trainer neben mir, der mich - und natürlich auch sich selbst - tröstet. Keiner da! Da ist niemand. Niemand. Der andere hat gewonnen. Wir umarmen uns, zwei müde, abgekämpfte Männer. Der andere ist froh, aber seine Augen haben kein Leben. Er schlurft in Richtung Kabinen, mit dem großen Gürtel um den Bauch. "
Auszug aus dem Buch: Henry Maske/Detlef Vetten: Nur wer aufgibt, hat verloren. 281 Seiten. Ehrenwirth. 19,95 Euro.
deliciosa - 27. Mär, 20:46